Do

30

Okt

2008

Cervelat soll ab 2010 wieder in die brasilianische Hülle

Bern - Der Cervelat als Schweizer Nationalwurst könnte seine Haut aus brasilianischem Rinderdarm wieder zurückerhalten. Auf Grund einer wissenschaftlichen Studie hält dies der Schweizer Fleisch-Fachverband ab etwa 2010 für möglich. (smw/sda)

Mittelfristig sei das Ziel des Verbandes, die Cervelat wieder wie eh und je in eine Haut aus Brasilien zu packen, realisierbar, sagte Balz Horber, Geschäftsführer des Verbandes. Er bestätigte auf Anfrage eine Meldung der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.


Die Studie eines britischen, auf Lebensmittelsicherheit spezialisierten Unternehmens liege noch nicht offiziel vor, sagte Horber. Die Task Force Cervelat habe auf Grund des positiven Resultates aber beschlossen, sich um die Wiederzulassung der Rinderdärme aus Ländern mit kontrolliertem BSE-Risiko, etwa Brasilien, zu bemühen.

 

Die Task Force will das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) bitten, in Brüssel um die Wiederzulassung der Wursthäute aus Brasilien zu ersuchen. Vor 2010 erhalte die Schweizer Cervelat indes ihre Hülle nicht zurück, stellte Horber klar.

 

Keinen Engpass

 

Einen Engpass in der kommenden Grillsaison erwartet Horber dennoch nicht. Dank Lieferanten in Uruguay und Argentinien und voraussichtlich auch Paraguay sei der Nachschub an Würsten für 2009 gesichert.

 

Zum Traktandum wurde die Cervelat, nachdem die EU per 1. April 2006 wegen BSE-Gefahr ein Importverbot für Rinderdärme aus Brasilien verhängt hatte. Die Schweiz schloss sich im Rahmen der bilateralen Verträge dem EU-Verbot an.

 

Der Fleisch-Fachverband gründete deshalb mit dem Bundesamt für Veterinärwesen, den Grossverteilern sowie den Schweizer Darmhändlern eine «Task Force» zur Rettung der Cervelat. Der Darm des Zebu-Rindes ist für die Herstellung der Cervelat-Hülle ideal. In der Schweiz werden pro Jahr rund 160 Mio. Cervelats verspiesen.

 

[Quelle: www.news.ch