Mi
05
Nov
2008
31 Tequilas, 1 gebrochenes Herz, 2 ausgebrannte Autos
Er knackt einen Ford Fiesta. Nicht selbstverständlich, dass ihm das gelingt. Immerhin hat er sich einiges hinter die Binde geleert. «Eine nicht genauer bekannte Anzahl von ca. 31 Tequilas», schreibt der Staatsanwalt in seiner Anklageschrift.
Doch der Liebeskranke kommt mit dem Ford nur 50 Meter weit. Da schnappt das Lenkradschloss ein.
«Im Auto las ich dann den Abschiedsbrief meiner Ex. Aus Wut zündete ich ihn an», gab der Informatiker gestern vor dem Zürcher Bezirksgericht zu. «Aber es war nicht in meinem Sinn, den Wagen anzuzünden.» Tatsächlich?
Seine Version auf jeden Fall tönt abenteuerlich. Der brennende Brief sei auf den Sitz gefallen. Und schon habe das Auto gebrannt. Das donnert dann auch noch führerlos in einen Vorgarten. Zufälle gibts.
Und schon passiert der nächste. Der Informatiker knackt noch einen Wagen. Diesmal den Audi A6 eines Lehrer-Ehepaars. Doch der Durst meldet sich wieder. Und der Frust ist immer noch gross. Also nimmt er einen kräftigen Schluck aus einer mitgebrachten Flasche Rum.
Dummerweise sei ihm die dann runtergefallen. Der ganze Alkohol auf dem Polster ausgeleert.
Auf den Schreck hin muss er sich eine Zigarette anzünden. Und - man ahnts - die fällt ihm prompt aus den Händen. In die Alkohollache. Schon brennt wieder ein Auto.
«Das sind schon ein wenig viele Zufälle», sagt die Gerichtspräsidentin spitz. Und merkt an: Schon als Jugendlicher habe der Angeklagte ein Auto angezündet. Das Gericht nimmt dem 20-Jährigen seine Räubergeschichte nicht ab. Er habe beide Autos vorsätzlich in Brand gesteckt.
Wegen mehrfacher Brandstiftung verurteilt es den liebeskranken Informatiker zu 14 Monaten Freiheitsstrafe bedingt.
[Quelle: www.blick.ch]
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