Fr

14

Nov

2008

Dicke Dinger – dünne Stimme

Die 80er Jahre: Schrille Mode, schreckliche Frisuren und stellenweise schaurige Musik. Wie von Doppel-D-Star Danuta. Danuta Lato wurde 1965 – oder 1963, die Experten sind sich uneins – im polnischen Szufnarowa geboren. Eigentlich eine Kindergärtnerin, war sie aber offensichtlich zu höheren Aufgaben berufen. Entdeckt wurde sie 1981, allerdings nicht etwa aufgrund ihres Gesangstalents, sondern – wen wunderts – wegen ihrer üppigen Oberweite.

1984 gelang ihr der Durchbuch mit einem Nackt-Shooting für das deutsche «Penthouse». Es folgte eine äusserst erfolgreiche Karriere als Oben-ohne-Modell. Und sie schaffte sogar den Sprung ins Fernsehen: Für «Drei und eine halbe Portion» stand sie 1985 mit Karl Dall und Zehnkämpfer Jürgen Hingsen vor der Kamera.

Jetzt lockte das Musikbusiness: Schliesslich hatten andere Busenwunder wie Samantha Fox oder Sabrina bereits als Sängerinnen Erfolg. Wieso also nicht auch Danuta? 1987 nahm sie «Touch my Heart» auf. Der Disco-Track schoss in Spanien und Polen an die Spitze der Charts.

Ein Höhepunkt der Musikvideo-Geschichte ist der Clip kaum – ausser für pubertierende männliche Zuschauer. Dafür eine echte Trash-Trouvaille. Wie sich Danuta vor der Kamera räkelt und ganz in Gedanken versunken Briefe schreibt, geht so haarscharf am Soft-Porno vorbei, dass es schon fast wieder Kunst ist. Krönung ist eine Szene mit Kerze in der Badewanne. Zum Glück kein Föhn, aber das Video ist auch schon Schock genug. Billiger gehts nicht. Allerdings haben heutige Rap- oder R´n´B-Videos oft auch nicht mehr Inhalt.

Heute ist Danuta verheiratet, Mutter einer Tochter und arbeitet als Fachtrainerin für Rehabilitation.