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14

Nov

2008

Süchtig nach der virtuellen Welt

In der Schweiz sollen gemäss Statistik etwa 70‘000 Menschen onlinesüchtig und circa 110‘000 Personen gefährdet sein. Doch das Phänomen wird von vielen Seiten immer noch ignoriert und massiv unterschätzt.

Dass mit der Erfindung des Internets viele sinnvolle Änderungen einhergegangen sind, kann nicht abgestritten werden. Man denke dabei nur an die Möglichkeit, von überall arbeiten zu können. Oder an die allgemeinen Vorteile wie zum Beispiel trotz geographischer oder zeitlicher Distanz stets in Kontakt zu bleiben, sowie sich jederzeit informieren zu können. Ganz zu schweigen von den neuartigen Geschäftsmöglichkeiten, welche dank dem Internet geschaffen werden konnten und viele Arbeitsplätze geschaffen haben.

Doch leider hat das Internet auch seine Schattenseiten, wie zum Beispiel die Verbreitung von brutalen Online-Games, der Konsum von Kinderpornographie und die Abhängigkeit von der sogenannten «virtuellen Welt».

 

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Aber wieso verfallen immer mehr Menschen der Onlinesucht? Wer ist davon besonders betroffen? Und welche Möglichkeiten zur Prävention und Bekämpfung sind zurzeit vorhanden? Wenn auch eine regelmässige Nutzung des Internets noch lange keine Sucht ausmacht, so wird das Problem auf sämtlichen Ebenen leider immer noch ignoriert.

Schliesslich existiert das Internet, so wie man es heute kennt, erst seit einem Jahrzehnt. Daher sind die damit eingehenden Gefahren noch nicht ausreichend dokumentiert und kommuniziert worden. Immer mehr Werbe- und Fernsehsendungen berichten über diese neuartige Sucht und mahnen zu Vorsicht.

Typisches Suchtverhalten

Gemäss Statistik sollen demnach circa 64 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 14 Jahren das Internet regelmässig nutzen. Der Anteil der Männer ist mit 73 Prozent höher als derjenige der Frauen, welcher zurzeit circa 56 Prozent ausmacht. Speziell gefährdet sind vor allem Kinder und Jugendliche, die mit dem Internet praktisch aufwachsen und zu wenig Aufsicht erfahren.

Dabei zeigt die Onlinesucht ähnliche Strukturen auf wie andere Süchte: starkes Verlangen, jederzeit das Internet gebrauchen zu wollen, stetiger Kontrollverlust über den steigenden Gebrauch, zeitliche Steigerung der Nutzung, Ausschliessung von sozialen Kontakten sowie Entzugserscheinungen wie Nervosität, Apathie und innere Leere.

Präventive Massnahmen

Obwohl die Onlinesucht keine lebensgefährlichen oder toxischen Substanzen beinhaltet, sollten die obenerwähnten Risiken und Erscheinungen ernst genommen werden. Dabei geht es nicht um Abstinenz, da das Internet in der Schule und auch im Beruf nicht mehr wegzudenken ist, sondern vor allem um einen intelligenten und kontrollierten Gebrauch.

Eltern sollten daher ihre Kinder unterstützen, eine angemessene Nutzung zu entwickeln, die mit gesunden Inhalten einhergeht. Zudem sollten sie dafür sorgen, dass eine sinnvolle Freizeitgestaltung in einer realen Umgebung stattfindet. Bei Erwachsenen hingegen können Gespräche oder Therapien hilfreich sein, um die Ursachen zu eruieren und anzugehen.

[Quelle: www.bluewin.ch]