Di

18

Nov

2008

Dicke Dinger – dünne Stimme: Teil 2

Das Lied ist ein Knaller: Keine 80's-Party ohne «Boys» von Sabrina. Ein Knüller ist auch der dazugehörige Clip-gewordene «Wet-T-Shirt-Contest». Was Sabrina Salerno an Stimme fehlte, machte sie mit Körpereinsatz mehr als wett. Für die 1968 in Genua geborene Italienerin auch kein Problem, schliesslich schafft sie den Sprung ins Show-Geschäft über verschiedene Miss-Wahlen.

1985 hat sie ihren ersten Auftritt im Fernsehen. Bezeichnenderweise in einer der berühmt-berüchtigten Shows auf dem Berlusconi-Sender «Canale 5», wo die Anzahl leicht bekleideter Mädchen meistens höher ist als die erforderliche IQ-Punktzahl, um einen TV einzuschalten.

Doch diese Sendungen sind ein prima Karriere-Sprungbrett für junge Frauen. Genau wie für Sabrina: 1987 veröffentlicht sie ihr erstes Album, «Sabrina». «Sexy Girl» heisst die erste Single-Auskopplung treffend. Das Lied ist allerdings nur das Vorspiel auf den folgenden Hit: «Boys (Summertime Love)» schlägt ein wie eine (Sex-)Bombe. In fast allen europäischen Ländern schafft es der Song in die Top 3 der Charts.

Nicht zuletzt dank des Videos: Viel Wasser, wenig weisser Stoff – bekanntermassen eine kühne Mischung. Sabrina hüpft völlig losgelöst durch den Pool. Das knappe Bikini kann da nicht mithalten. Aber das Gehopse bringt den erhofften Karrieresprung.

1988 legt Sabrina mit «Super Sabrina» nach. Mit «My Chico» gelangt sie es zwar in Italien an die Spitze der Hitparade, den internationalen Erfolg von «Boys» kann sie allerdings nicht wiederholen. Nichtsdestotrotz ist sie immer noch dick im Geschäft: 1989 steht sie am Festival in Montreux auf der Bühne. Und im Moskauer Olympia-Stadion singt sie vor unglaublichen 50´000 Zuschauern. Der Eiserne Vorhang ist gefallen, jetzt ist die Reihe am weissen Bikini.

Bis 1999 veröffentlicht die mediterrane Schönheit vier weitere Alben, darunter eine Remix-LP. Allerdings verlegt sich Sabrina stärker auf die Schauspielerei. 2004 wird sie am Independent-Film-Festival von Salerno für ihre Rolle in «Colori» sogar als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Dieses Jahr machte sie wieder mit Musik auf sich aufmerksam: Mit «Erase Rewind/Official Remix» erschien ihr offizielles Best-Of-Album. Und besser als mit «Boys» gehts für Sabrina ganz einfach nicht.