Mo
01
Dez
2008
Prämierter Sex
Laurin Merz (33) pfeift auf Tabus: So nebenbei filmt er acht heisse Videoclips zum Thema Telefonsex (Auswahl siehe unten). Und gewinnt damit sogar einen Filmpreis. Ein Interview.
Auftraggeber von «Nathalies Nebenjobs» war eine Werbeagentur, Kunde ein Telefonanbieter.
Wie reagierten Sie auf das Angebot, acht kurze Filme über Telefonsex zu drehen?
Ich habe mir schwer überlegt, ob ich ins Werbegenre einsteigen will ...
Zum Thema Sex zu filmen war kein Hindernis?
Nein, überhaupt nicht. Damit habe ich mich schon öfters beruflich beschäftigt. Der Umgang mit Sex ist nach wie vor vielfältig. Zum
Teil verklemmt, dann wieder nicht.
Und Sie sind der durchwegs freizügige Filmer?
Nein. Als Filmer will ich niemals explizite Pornoszenen zeigen – ich finde sie schrecklich unerotisch. Wenn ich aber das Gehirn
des Zuschauers arbeiten lasse und dort Geschichten auslöse, dann können diese erotisch, absurd oder von mir aus sogar pervers sein.
Der Zuschauer sieht in allen Ihren acht Filmen also gar keinen Sex?
Genau, der entsteht nur in den Köpfen der Zuschauer. Das Gehirn malt sich aus, was sein könnte.
Als nächstes filmen Sie den Künstler Erwin Wurm. In zwei Jahren soll der Film ins Kino kommen.
Ja, ich befinde mich gerade in der Recherche-Phase.
Und begleiten Erwin Wurm dafür rund um den Globus. Wie kam es dazu?
Er rief mich eines Tages an und sagte mir am Telefon: «Komm nach Moskau!»
Und dann?
Bin ich hingereist. Um seine Ausstellung auf 8000 Quadratmetern zu bestaunen. Das hat mich erst recht angekickt, den Film zu machen.
Die Erlaubnis für das Filmen von Erwin Wurm war sicher nicht einfach zu bekommen?
Ich habe ihn vor sechs Jahren bereits einmal porträtiert. Zudem heisst sein Sohn auch
Laurin. Das machte mich wohl von Anfang an sehr sympathisch.
[Quelle: www.blick.ch]
bollinger's large world

