Mi

04

Mär

2009

Bockiger Esel und netter Tessiner

Sie erzählen einer Freundin von einer Schweizerreise, die Sie kürzlich unternommen haben: «Im bernischen Meiringen ist mir ein Gumpesel über den Weg gelaufen, bei einer Wanderung durchs Muggiotal habe ich in einem Tessiner Grotto den Zincarlìn kennengelernt, in Schaffhausen sprachen mich die Schaffhauserzungen an, und im Freiburgischen habe ich mir schliesslich einen Vin cuit besorgt.»

Gumpesel: Nicht etwa ein bockiger Esel, sondern eine kalt geräucherte Rohwurst aus dem Berner Haslital. Gumpesel: Nicht etwa ein bockiger Esel, sondern eine kalt geräucherte Rohwurst aus dem Berner Haslital.

Die Freundin sieht Sie eine Weile stirnrunzelnd an, doch dann hellt sich ihr Gesicht auf: «Das waren ja ziemlich abenteuerliche Ferien! Zuerst wirst du beinahe von einem bockigen Esel überrannt und dann lernst du einen netten Tessiner namens Zincarlìn kennen. Das Ende ist dann eher harmlos: Dass sie in Schaffhausen Schaffhauser Dialekt sprechen, ist wohl klar, nicht aber, dass du bei diesem warmen Frühlingswetter Lust auf Glühwein hattest!»

 

Als Sie Ihre Freundin darüber aufklären, dass Sie von einer Wurst, einem Käse, einem Gebäck und einem Saft, den man nicht trinken kann, gesprochen haben, ist sie sprachlos. Erst als Sie ihr sagen, dass es sich um Schweizer Spezialitäten handelt und dass sie halt nicht so bekannt sind wie der Appenzeller Käse und die Willisauer Ringli, findet die Freundin ihre Sprache wieder: «Das ist ja interessant! Wo kann ich mehr über diese Produkte erfahren?» Die Antwort lautet: «Im Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz.» Es versammelt mehrere Hundert Produkte von A wie Absinth bis Z wie Zuger Kirschtorte. Voraussichtlich 2008 sollen die Informationen über Herkunft, Produktionsweise und lokale Verankerung in einem Buch zusammengefasst werden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

  • loading