Fr

20

Mär

2009

Zoff um Polizeistunde - Schlafhausen statt Schaffhausen?

Der Stadtrat von Schaffhausen will die Polizeistunde zurückversetzen. Die Jungparteien - von der SVP bis zur Alternativen Liste - sind entsetzt und wollen sich wehren.

In der kleinen Stadt am Rhein rumort es. Anfang Jahr war es zu wüsten Schlägereien in der Ausgangsmeile gekommen. In den Augen vieler Partygänger bewegen sich diese Vorfälle im normalen Rahmen, wie sie in jeder Stadt vorkommen. Die Behörden von Schaffhausen sehen dies jedoch anders. Sie sprechen von zunehmender Gewalt unter Jugendlichen und hoffen, mit einer früheren Schliessung der Bar- und Tanzlokale diesen Exzessen und dem Vandalismus in der Altstadt Herr zu werden.

Die Schaffhauser Jugendlichen hatten 2004 die mögliche Verlängerung der Polizeistunde bis fünf Uhr morgens erkämpft. Bis dahin war in Schaffhausens Lokalen um 2.30 Uhr Schluss. Jetzt droht ein Rückfall in frühere Zeiten: Stadtpräsident Thomas Feurer erklärte gegenüber Radio Munot, der Ausgang werde möglicherweise wieder eingeschränkt.

Jungparteien sind entsetzt

«Wir lehnen die Wiedereinführung der Polizeistunde mit Nachdruck ab! Die Rezepte von gestern lösen nicht die Probleme von heute oder morgen. Die Jugend einzuschliessen respektive sie aus den Clubs und Bars auszuschliessen, ist keine Lösung», sagt Fabian Käslin von den Jungfreisinnigen.

Auch Daniel Preisig von der jungen SVP ist unzufrieden: «Die Kulturszene ist in Schaffhausen in den letzten vier Jahren aufgeblüht. Leider wird dieser positive Effekt vom Stadtrat immer wieder ausgeblendet.»

Und Simon Stocker von der Alternativen Liste fühlt sich «echt veräppelt»: «Warum müssen 99 Prozent der friedliche Ausgänger für das Verhalten von wenigen büssen?» Er fordert stattdessen «mehr Polizeipräsenz an neuralgischen Stellen». Zudem befürchtet er, dass die Schaffhauser Nachtvögel in andere Kantone abwandern, um ihre Partys zu feiern.

Widerstand ist aufgegleist

«Wir werden uns mit allen demokratischen Mitteln zur Wehr setzen», sagt der Jungfreisinnige Käslin kämpferisch. Der Alternative Stocker bekräftigt: «Wir werden uns parteiübergreifend und gemeinsam mit der Bevölkerung wehren.» Gar «rechtliche Probleme» ortet der Jung-SVPler Preisig und meint, der Stadtrat dürfe keinesfalls «die Polizeistunde für alle Lokale und Veranstaltungen zurückversetzen können»: «Dies würde unsere Stadt ausgangstechnisch ins Mittelalter zurückversetzen. Schlafhausen lässt grüssen.»

[Quelle: www.20min.ch]

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