Mo

20

Apr

2009

Böögg explodierte nach 12.55 min

Der Sommer wird gut: In Zürich ging heute der Kopf des Bööggs nach knapp 13 Minuten in die Luft. Exakt 12 Minuten und 55 Sekunden hat der Böögg am Zürcher Sechseläuten den Flammen getrotzt, «live» vor meinen Augen. Dann explodierte der Kopf des Wintersymbols mit einem lauten Knall. Frühlingsbeginn und einen schönen Sommer bedeutet dies für Zürcherinnen und Zürcher.

Bei Sonnenschein und angenehmer Temperatur zogen rund 3500 Zünfter am Nachmittag durch die Innenstadt. Zehntausende von Schaulustigen verfolgten den Vorbeimarsch des Zuges der 26 Zünfte mit rund 5800 Mitwirkenden und gegen 30 Musikformationen.

Am offiziellen Zug nicht zugelassen war - wie schon früher - die Frauenzunft, die dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Die 1989 gegründete Fraumünster-Gesellschaft durfte zwar die offizielle Strecke zurücklegen, jedoch eine halbe Stunde früher als die Herrenzünfte.

Höhepunkt Böögg

Um 18 Uhr begann auf dem Sechseläutenplatz der Höhepunkt des Festes: Mit dem ersten Schlag des Sechs-Uhr-Läutens der St.-Peter- Kirche entzündete die Schaffhauser Regierungspräsidentin Rosmarie Widmer Gysel als Vertreterin des Gastkantons den 13 Meter hohen Scheiterhaufen, auf dem der mit Holzwolle und Knallkörpern gefüllte rund 3,40 Meter grosse Böögg thronte.

 

Während zu den Klängen des Sechseläutenmarsches die Reitergruppen um den Holzstoss galoppierten, loderten die Flammen rasch zum Böögg empor. Nach rund 9 Minuten fing dieser Feuer. Nach 12 Minuten und 55 Sekunden ertönte unter grossem Applaus des Publikums und meiner Wenigkeit der letzte grosse Knall, der den Kopf des Bööggs wegsprengte. Im vergangenen Jahr hatte es bis zum «Tod» des Böögg 26 Minuten gedauert.

Böögg überlebt durchschnittlich 13 Minuten

Der Volksmund besagt: Je schneller der Böögg explodiert, desto wärmer wird der Sommer. Für den Rekordsommer 2003 hatte die Sechseläuten-Prognose sehr gut gestimmt, hatte der Böögg doch damals gerade mal 5 Minuten und 42 Sekunden überlebt.

Oft bewahrheitete sich die Vorhersage allerdings überhaupt nicht - so etwa 1974, als der Böögg nach 5 Minuten und 7 Sekunden explodierte. Was folgte, war einer der kühlsten Sommer der letzten 50 Jahre. In den letzten zehn Jahren hatte die Schneemann-Figur im Durchschnitt 13 Minuten und 42 Sekunden ausgeharrt.

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