So
28
Jun
2009
Atmen - Jemand muss atmen!
Atmen. Jemand muss atmen. Und ich weiß nicht, wie viel Zeit mir noch bleibt. Jeden Tag mache ich weiter und beginne wieder von vorn. Aller Hoffnungslosigkeit zum Trotz. Ich weiß nicht, wovon andere Menschen träumen. Doch in meinen Träumen bewege ich mich stets durch ein dunkles, kaltes All. Geräuschlos, unfähig auch nur einen Laut von mir zu geben, gleiche ich einem leeren Gefäß ohne Emotion, ohne einen klaren Gedanken in mir zu tragen. Es gibt nur das Bewusstsein dafür, anwesend zu sein, und meine Augen, an denen alles, was geblieben ist, vorüberzieht.
Namenlose Planeten verglühen, schicken ihr Licht wie eine Botschaft durch den Raum. Empfänger unbekannt. Diesen Träumen liegt eine tiefe Sehnsucht nach Frieden und Ruhe zugrunde. Schicht um Schicht gilt es meine Einsamkeit aufzugraben, bis die Schaufel am Grund der Wahrheit zerbricht. Das Bild einer sich drehenden Erde, bläulich schimmernd in endloser Weite, bedeutet grenzenlose Freiheit für mich.
Das Zimmer um herum verschwindet im Nebel. Rollläden verdunkeln die Fenster. Die einzige Lichtquelle, eine kleine Tischlampe, leuchtet matt an der Grenze zur Wahrnehmung. Ich liege auf dem Boden. Beine und Arme weit von mir gestreckt. Toter Mann. Alles an Bewegungen ist beinahme statisch, zur Unendlichkeit verlangsamt.
Die Glieder des Körpers sind mit Blei gefüllt, zur Bewegungslosigkeit verdammt. Meine Augen tränen, während ich stoisch versuche, die letzten Tage und Nächte zu rekonstruieren. Dabei beginne ich immer wieder von vorn, weil mir die Zusammenhänge entschwinden.
...kein Schwank aus meinen Leben, sondern die ersten Zeilen meines Taschenbuchs, das mich in den letzten zwei Wochen begleitete! ;-)
bollinger's large world

