Mo

07

Sep

2009

Style-Watch - Unversehrte Körper fallen auf

Vergessen Sie die Uni, besuchen Sie Ibiza. Die Körper der Touristen dort sind ideale Studiengebiete für Sinologen, Ethnologen, Biologen etc. Denn von chinesischen Lebensweisheiten, über Tribals von afrikanischen Pigmäen- Stämmen bis zu ganzen Delfinschwärmen findet man alles auf Schulterblättern, Rücken oder Waden tätowiert.

Ursprünglich das Privileg rauer Seefahrer, lässt sich heute jedes Weichei bemalen und beschriften, als wäre das ganze Jahr Ostern. Und genau hier beisst sich die tätowierte Schlange in den Schwanz: Der einstige Ausdruck von Individualität ist zur Massenkultur, zum Modeobjekt geworden.

Wer dennoch herausstechen will, muss sich ein Sudoku auf den Oberarm oder einen Stadtplan auf den Rücken stechen lassen. Von Tätowierungen auf dem Bauch ist generell abzuraten, denn während einer Schwangerschaft oder Ähnlichem wird Flipper schnell zu Moby Dick, den Gezeiten des Bauchfetts unterworfen.

Falls Sie tatsächlich immer noch mit dem Gedanken an eine Tätowierung flirten, bedenken Sie:

  1. Unversehrte Köper sind heute die Ausnahme und fallen viel mehr auf.
  2. Schauen Sie sich zehn Jahre alte Fotos von sich an. Würden Sie sich die Haare heute immer noch Mahagony färben?
  3. Kaufen Sie ein Ed-Hardy-T-Shirt. Das können Sie wenigstens schmerzfrei entsorgen.
  4. Richten Sie ein Laser-Kässeli ein. Denn alle coolen Herzchen, Anker und Sterne werden in zehn Jahren genauso out sein wie die Hirschgeweihe heute.

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