Mo
26
Okt
2009
Pech beim Pendeln
Pech beim Pendeln ist das: Man ist zu Randzeiten unterwegs und betritt einen ganz und gar leeren Wagen. Oben? Unten? Alles frei. Man entscheidet sich entgegen den Gewohnheiten für unten, weil man vom neu begonnenen Fitnesstraining...
...etwas schwere Beine hat. Man überlegt sich: Links? Rechts? Und entscheidet sich diesmal für links, weil heute alles irgendwie anders ist. Man sitzt da und wartet auf die bevorstehende Abfahrt. Noch fünf Minuten. Man merkt, dass man den MP3-Player daheim vergessen hat. Halb so wild, denkt man. Ist ja schön ruhig hier. Man merkt, dass der Reinigungsdienst alle Gratiszeitungen mitgenommen hat. Janu, hat ja gute Aussicht.
Ach, ist das angenehm, denkt man, als es plötzlich passiert: Ein junges Paar steigt ein. Er mit Schnäuzchen, sie mit weissem Gürtel. Er mit Kappe, sie mit Glimmerlidschatten. Beide frisch verliebt. Und sie setzen sich just ein Abteil weiter vorne hin. Sodass man eine beeindruckende Aussicht hat auf die beiden Teenager- Münder, die sich da zwischen den Kopf-Lehnen treffen und schmatzen, schlabbern, schlecken, saugen, schnauben ... Wegschauen? Geht nicht. Weghören? Keine Chance. 30 Minuten lang. Das ist Pech beim Pendeln.
bollinger's large world

