Di

16

Nov

2010

Tarja at Schützenhaus Albisgütli

Rund drei Jahre ist es her seit ich die Ex-Nightwish Sängerin und Gesangsikone Tarja Turunen live erleben durfte. Mit ihrem neuen Album What Lies beneath meldet sie sich diesen Herbst zurück, verzauberte mich/uns mit ihrer kraftvollen sowie gleichzeitig himmlischen Stimme und beehrt(e) einige Städte mit Solokonzerten - so wie heute Zürich!

Gespannt warteten wir auf den Auftritt... die Bühne gehörte aber zunächst der französischen Gothic-Metal-Band Markize. Der Funke sprang aber leider nicht zum Publikum, obwohl sich die Sängerin Alina Dunaevskaya sehr bühnenpräsent und motiviert zeigte. Irgendwie grübelte das Publikum noch, in welcher Sprache die kaum verständlichen Gesangsparts verfasst wurden. Bei der Bandvorstellung war es dann auch uns klar: Englisch mit französischem Akzent! Auch nach einer halben Stunde hielt sich die Begeisterung in Grenzen, einige sehnten sich bereits nach dem Beginn des Hauptacts und andere nutzen die Zeit um sich mit flüssigen und festen Lebensmittel zu stärken.

Die Umbaupause liess Grosses erahnen. Ein umfangreiches, turmhohes Drumkit, Keyboard, Gitarren, Bässe und Cello wurden zum Vorschein gebracht und die Bühne mit einem blickdurchlässigen Banner geschmückt, der mit dem Promo-Foto der Tour bedruckt war. Nachdem die Bandmitglieder unter begeistertem Applaus die Bühne betreten hatten, war nach Tarjas Erscheinen auf der Bühne kein Halten mehr.

Mit Dark Star wählte Tarja zwar einen etwas sperrigen, orientalisch angehauchten ersten Song. Aber der vom Start weg transparente Sound und vor allem die fast schon beängstigend fröhliche Laune von ihr und die perfekte Chemie zwischen ihr und ihren Musikern verfehlen ihre Wirkung nicht. Nach einer Begrüssung in sehr gutem Deutsch ging es weiter im Programm, das fast ausschließlich aus Nummern vom aktuellen Album bestand und mit Underneath einen ersten Höhepunkt erreichte. Nichts wofür man Tarja liebt durfte bei dieser Show fehlen. Bühnenpräsenz, diverse Outfitwechsel, ihr warmes Lächeln und natürlich ihre atemberaubende Stimme, die sich ohne Anstrengungen in schwindelerregende Höhen schraubt.

Die Outfitwechsel wurden meistens für Soli der Bandmitglieder genutzt. Vor allem das über zehnminütiges Drumsolo von Mike Terrana löste wahre Begeisterungsstürme aus. Der Schlagzeuger verstand es nicht nur zahlreiche Spielereien mit seinen Drumstick anzustellen, sondern vor allem sein Handwerk. Doch das reine Schlagzeugsolo wae nicht genug, denn zum Abschluss gipfelte das Ganze, in dem von ihm interpretierten Radetzky Marsch. Schlicht genial!

Ein weiteres Highlight war ein kleines Akustiksetting. Das Schlagzeug wurde gegen Cachon und Percussion ausgetauscht, das grosse Keyboard gegen ein weiteres Cello und E-Gitarre und Bass gegen akustische Gitarren. So wurde das Publikum in eine ruhige Traumwelt entführt, bei der Tarja auch noch selbst den Platz am Klavier einnahm. Überwältigend! Nach ein paar Zugaben verabschiedete sich Tarja und die Band schliesslich mit dem Versprechen bald wieder zu kommen von den immer noch wild applaudierenden Fans. Ein virbrierender und perfekter Abend, danke!

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