Di
16
Nov
2010
Das Leben ist ein Spiel – spielen wir mit
Ein Mann hat mir mal vor Jahren gesagt: «Hey, das Leben ist ein Spiel – spiel einfach mit.» Ein anderer Typ gab mir mit auf den Weg: «Denk daran – das Leben ist kein Kampf. Und falls du das anders siehst, machst du etwas Grundlegendes falsch.» Wow, dachte ich mir erst – und dann: Ja, was oder wie ist das Leben nun wirklich? Die Sichtweise ist ja sehr verschieden – und sehr von der jeweiligen Lebenssituation des Betrachters abhängig.
Ich jedenfalls bin zur Überzeugung gekommen: Sinnfi ndung und Sinngebung sind die Mittellinie auf der Spur Richtung Lebensziel – und dieses liegt für jeden woanders. Das geht total in Ordnung – Hauptsache, man hat eines. Wo aber liegt die Ziellinie bei mir? Ich wünschte mir einst insgeheim, dass auf meinem Sarg später das Wort «Perfect» steht. Wahnsinn? Nein, es war tatsächlich lange, sehr, sehr lange mein erklärtes Ziel. In dieser Zeit wollte ich mir rein gar nichts zu Schulden kommen lassen.
Doch da gab es wohl noch einen anderen, zweiten Plan. Der heisst: Ich bin hier, um zu lernen, Tag für Tag. Aus begangenen Fehlern zu lernen und so zur Demut zu gelangen, trotz all meines Verrücktseins im positiven Sinne. Und heute? Heute habe ich gelernt, über niemandem mehr den Stab zu brechen und im wahrsten Sinne des Wortes den Satz zu leben: Leben und leben lassen.
Und ich verstehe in der Zwischenzeit den Spruch (den mir meine Mutter schon als Kind beigebracht hatte): «Der Fuchs verliert wohl seine Haare – nie aber seine Streiche ...» Das Leben ist tatsächlich ein Spiel – also spielen wir mit. Jede und jeder so individuell, wie sie und er halt sind.
[Quelle: Die Kolumne im heutigen Blick am Abend, geschrieben von Susanne Fleischer aus Gretzenbach (SO).]
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